⚙️ DevOps 15. Juni 2026 · 11 Min Lesezeit

K3s Lightweight Kubernetes auf dem VPS – Setup-Guide 2026

Kubernetes ist der De-facto-Standard für Container-Orchestrierung – aber die Einrichtung von einem vollwertigen Cluster ist aufwändig. K3s von Rancher (jetzt SUSE) schafft Abhilfe: Eine Lightweight-Kubernetes-Distribution, die speziell für ressourcenbeschränkte Umgebungen wie einen VPS optimiert ist.

— Anzeige —

Google AdSense Platzhalter

Was ist K3s?

K3s ist eine hoch verfügbare, zertifizierte Kubernetes-Distribution, die für den Betrieb auf kleinen Geräten und in ressourcenbeschränkten Umgebungen entwickelt wurde. Die Binärdatei ist nur ~60 MB groß und benötigt lediglich 512 MB RAM und eine CPU – ideal für einen VPS mit 2 GB RAM. K3s ersetzt etcd durch SQLite (optional etcd für HA), integriert einen eigenen Ingress-Controller (Traefik), eine eigene Storage-Lösung (Local Path Provisioner) und vereinfacht viele Kubernetes-Konzepte, ohne an der API-Kompatibilität zu sparen.

Voraussetzungen

Bevor es losgeht, benötigst du:

  • VPS mit mindestens 1 GB RAM, 2 CPUs und 20 GB SSD (empfohlen: 2 GB RAM, 2 vCPUs)
  • Ubuntu 22.04 oder 24.04 LTS (oder Debian 12)
  • Root-Zugriff per SSH
  • Eine Domain, die auf die IP deines Servers zeigt (optional, aber empfohlen)
  • Firewall: Ports 6443 (Kubernetes API), 80/443 (Ingress) und 22 (SSH) freigeben

K3s in 5 Minuten installieren

Die Installation von K3s ist denkbar einfach – ein einziger Befehl reicht:

curl -sfL https://get.k3s.io | sh -

Nach etwa 60 Sekunden läuft dein Kubernetes-Cluster. Überprüfe den Status:

sudo k3s kubectl get nodes
sudo k3s kubectl get pods -A

Standardmäßig installiert K3s bereits Traefik als Ingress-Controller, CoreDNS für die interne Namensauflösung, den Local Path Provisioner für Storage und HelmChart CRD für Helm-Integration. Du kannst diese Komponenten bei Bedarf deaktivieren – zum Beispiel mit --disable traefik.

Kubectl einrichten (optional)

Für eine komfortablere Steuerung installierst du kubectl und kopierst die Kubeconfig:

sudo cp /etc/rancher/k3s/k3s.yaml ~/.kube/config
sudo chown $USER ~/.kube/config
export KUBECONFIG=~/.kube/config

Jetzt kannst du kubectl direkt verwenden: kubectl get nodes.

Erste Anwendung deployen

Testen wir den Cluster mit einer einfachen Nginx-Anwendung:

kubectl create deployment nginx --image=nginx
kubectl expose deployment nginx --port=80 --type=ClusterIP
kubectl create ingress nginx --rule="nginx.deinedomain.de/*=nginx:80"

Nach wenigen Sekunden ist die Anwendung über die Domain erreichbar – sofern der DNS-Eintrag gesetzt ist. Du kannst auch LoadBalancer-Services verwenden, wenn du K3s mit dem integrierten Service-LB (Klipper) betreibst.

Storage & Persistente Daten

K3s bringt den Local Path Provisioner mit, der Persistent Volumes auf dem lokalen Dateisystem des Nodes bereitstellt. Für Produktionsumgebungen solltest du jedoch eine verteilte Storage-Lösung wie Longhorn (ebenfalls von Rancher) oder Rook/Ceph in Betracht ziehen:

Storage-Lösung Typ Vorteile Nachteile
Local Path ProvisionerLokalEinfach, schnell, vorinstalliertKein Multi-Node, kein Backup
LonghornVerteiltReplikation, Snapshots, Multi-NodeRessourcenintensiver
Rook/CephVerteiltSehr ausgereift, viele FeaturesKomplexe Einrichtung

Wichtige K3s-Konfigurationen

Konfiguration Option Beschreibung
Installationcurl -sfL https://get.k3s.io | INSTALL_K3S_EXEC="--disable traefik" sh -Traefik deaktivieren
Server-Start--write-kubeconfig-mode 644Kubeconfig ohne sudo nutzen
Node-Token/var/lib/rancher/k3s/server/node-tokenToken für Agent-Node-Installation
Agent installcurl -sfL https://get.k3s.io | K3S_URL=https://server:6443 K3S_TOKEN=... sh -Weitere Nodes hinzufügen
Docker statt containerd--dockerDocker als Container-Runtime

Multi-Node-Cluster aufbauen

Ein großer Vorteil von K3s: Du kannst ganz einfach einen Multi-Node-Cluster aufsetzen. Installiere auf dem zweiten VPS den K3s-Agenten und verbinde ihn mit dem Server:

curl -sfL https://get.k3s.io | K3S_URL=https://<SERVER-IP>:6443 K3S_TOKEN=<NODE-TOKEN> sh -

Der Node-Token befindet sich auf dem Server unter /var/lib/rancher/k3s/server/node-token. Nach der Verbindung kannst du mit kubectl get nodes beide Nodes sehen. Für Hochverfügbarkeit benötigst du mindestens 3 Server-Nodes mit einer externen etcd-Datenbank.

Monitoring & Management

Zur Überwachung deines K3s-Clusters eignen sich:

  • K9s: Terminal-basiertes Kubernetes-UI – extrem nützlich für den Alltag
  • Rancher Dashboard: Webbasiertes Management für mehrere Cluster
  • Prometheus & Grafana: Überwachung mit kube-prometheus-stack via Helm

Fazit

K3s ist die ideale Kubernetes-Distribution für den Betrieb auf einem VPS. Die Installation ist in wenigen Minuten erledigt, der Ressourcenverbrauch ist minimal und die Kompatibilität mit der Kubernetes-API ist vollständig gegeben. Egal, ob du eine kleine Webanwendung, eine Microservices-Architektur oder eine CI/CD-Umgebung betreiben möchtest – K3s macht Kubernetes auch auf einem günstigen VPS zugänglich. Probiere es aus: Starte deinen ersten Single-Node-Cluster und erweitere ihn nach Bedarf zu einem hochverfügbaren Multi-Node-Setup.

⚙️ Kubernetes & DevOps Hardware

👉 Bei Amazon entdecken

— Anzeige —

Google AdSense Platzhalter (Ende)